Zur Verlobung
Wie ist der Tag willkommen,
der heut uns dreundlche lacht,
nun leuchtet klar die Sonne,
wo kurz voher war noch Nacht.
Und in das frohe Drängen
und in den Jubelsang
schleicht sich aauch meiner Stimme
altwohlbekannter Klang.
nun habt ihr ja errungen
der Sehnscuth holden Preis,
nun ist es auch geheiligt,
was mancher stille weiß.
Der Eltern frohe Blicke
ist mehr als Lob der Welt,
und stille, treue Liebe
weit mehr als Gut und Geld.
Und meine Wünsche werden
auch heute fröhlich laut:
Euch Heil im schönsten Stande,
als Bräutigam und Braut!
Euch ewig schöne Studen,
ein leben voller Glück!
Und denkt in treuer Liebe
ach an den Freund zurück.
Volkstümlich um 1900