Verlobung


zu Verlobung

Hochsommer ist's. Die Abendluft
regt die Kastanienfächer
und hauchet des Jasminen Duft
hinein in die Gämcher.
Was ich so lang verborgen trug,
nicht länger kann ich's tragen!
Wie dir mein Herz entgegenschlug,
nun muß ich's sagen, sagen!
Wo ist mein Stolz, so hochgesinnt?
Kein Wort will heute taugen!
Es steht vor dir ein stammelnd Kind
mit Tränen in den Augen.
Du schaust mich an -ein Nicken nur!
Ans Herz darf ich dir fallen! -
O Gott, in Rosen steht die Flur,
durchjauchzt von Nachtigallen!
Es wird das Mondlich silberbleich
zum Maiensonnenscheine;
ich hab das ganze Himmelreich
in dir, du Einzig-Eine!

Emil Ritterhaus